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European Art School

Rethinking the Mediterranean Academy Project

aac-Workshop, Hamburg
vom 05.09. bis 28.09.2018

Dieser Workshop steht unter der Leitung von
Prof. Dr. h.c. mult. Dipl.-Ing. Meinhard von Gerkan, Präsident der aac und
Dipl.-Ing. Architekt Nikolaus Goetze

In den 30er-Jahren entwickelten Architekten und Künstler unter der Federführung von Hendricus Theodorus Wijdeveld und Eric Mendelsohn die Idee einer Akademie in Cavalière an der Côte d‘Azur. Beteiligt waren u. a. Albert Einstein, Paul Valery, Frank Lloyd Wright und Igor Strawinsky. Nach dem Vorbild des Dessauer Bauhauses sollten hier verschiedene Disziplinen aus den Bereichen Kunst und Architektur gelehrt werden ebenso wie Musik, Film und Tanz. Dieses ehrgeizige Projekt scheiterte bedauerlicherweise aus unterschiedlichen Gründen, die Konzeption und die Philosophie, die dahinter standen, sind hingegen bis heute aktuell.

Warum Europa oder genauer gesagt eine europäische Akademie? Der europäische Gedanke bzw. die Infragestellung desselben ist zu einem der bedeutenden politischen Themen der Gegenwart geworden. Brexit, Grexit und das Aufleben europafeindlicher Positionen in der internationalen Politik scheinen dem europäischen Gedanken zu widersprechen. Ist dies eine architektonische Fragestellung? Ja, denn Architektur ist im Gegensatz zur freien Kunst immer abhängig vom wirtschaftlichen und politischen Umfeld und nicht losgelöst zu betrachten. Gleichzeitig kann Architektur direkten Einfluss nehmen, Einfluss, der durch Zusammenschluss von Gleichgesinnten umso erfolgversprechender wird.

Durch die immer stärker werdende Globalisierung und digitale Kommunikation sind Architekten vermehrt im Ausland tätig und suchen sich entsprechende Wachstumsländer für ein erweitertes Tätigkeitsfeld. Darüber hinaus erlauben Weltoffenheit und mediale Vernetzung auch einen intensiven Austausch mit Kollegen aus aller Welt, ein Austausch, wie er auch an der aac bei den internationalen Studententeams sowie der Integration von Gastprofessoren aus aller Welt stattfindet. Diesen Austausch möchte die aac mit dem Entwurf für die Neuinterpretation der in den 30er-Jahren erträumten „Académie Européenne Méditerranée“ zelebrieren und der überlieferten Vision Bilder von zeitgemäßen Architekturentwürfen zur Seite stellen.

Die Aufgabenstellung beinhaltet somit die konzeptionelle und architektonische Auseinandersetzung mit der europäischen Idee, unter Berücksichtigung der Leitthemen Begegnung, Kommunikation, Ideenaustausch und Lehre und deren klassischen archaischen Leitbildern aus der Antike wie dem Forum Romanum, der Agora in Athen sowie thematischen Vorbildern wie der Accademia di Belle Arti in Florenz, der ersten Akademie für Malerei in Europa, oder dem Bauhaus in Dessau. Aber auch andere Gebäudeformen wie Bibliotheken und Klöster, welche der Wissensvermittlung dienten, können in Betracht gezogen werden. Die „European Art School“ soll aber nicht nur die unterschiedlichen Nationalitäten vereinen, sondern auch die Vielfältigkeit der verschiedenen architekturverwandten Disziplinen aufzeigen und integrieren, sodass das Thema Einheit in der Vielfalt hier besondere Berücksichtigung erhält. Darüber hinaus gilt es, für die neue Akademie eine entsprechende architektonische Typologie zu entwickeln, mit der das Thema Demokratie und der europäische Gedanke zeitgemäß repräsentiert werden.