Evolutioneum Hamburg, Part II

Evolutioneum Hamburg, Part II

Designs for a Natural History Museum: Exhibitions, Collections, Research

aac-workshop, Hamburg, Germany
06.11. bis 25.11.2015 auf dem Campus Rainvilleterrasse in Hamburg

Teil 2: re-use

Auch der zweite Teil des Herbstworkshops 2015 der Academy for Architectural Culture befasst sich unter dem Titel „Evolutioneum“ mit Entwürfen für ein Museum der Zukunft in Hamburg. Während der erste Teil Konzepte für einen exponierten Museumsneubau auf dem Baakenhöft und damit mit direktem Wasser- und Hafenbezug zum Gegenstand hat, richtet sich der Blick im zweiten Teil des aac-Workshops auf die Umgestaltung des historischen Fernmeldeamtes im Stadtteil Rotherbaum.

Mit dem Titel „Evolutioneum“ verbindet sich weit mehr als nur die Renaissance des alten Hamburger Naturkundemuseums, das bis zu seiner Zerstörung im Jahr 1943 zu den größten und meistbesuchten Museen in Deutschland zählte. Zwar werden die noch vor dem Untergang geretteten Sammlungen einen Großteil der Exponate des Evolutioneum ausmachen, entstehen soll jedoch vor allem eine neue und einzigartige Symbiose aus Forschung, Sammlung und Ausstellung, vereint in einem Gebäude, das attraktive Ausstellungen bietet und zugleich als ein hochprofessionelles, wissenschaftliches Forschungslabor arbeitet. Nicht zuletzt durch diese Symbiose wird beim Besucher ein Bewusstsein dafür geweckt, in welchem Maße der Blick zurück auf die Evolution zugleich eine Zukunftsvision sein kann.

Die Workshop-Aufgabe geht ebenso wie die Standortwahl auf eine Initiative der Universität Hamburg zurück und basiert auf einem Raumprogramm, das im Austausch mit dem Centrum für Naturkunde (CeNak) entwickelt wurde.

Durch seinen imponierenden, großmaßstäblichen Typus und seine Nähe zum Campus der Universität Hamburg erscheint das ehemalige Fernmeldeamt für eine bedeutende öffentliche, kulturelle Nutzung prädestiniert. Erbaut zu Beginn des 20. Jahrhunderts, beherbergte das Gebäude ursprünglich neben Post- und Paketämtern repräsentative Säle für das Fernamt und tonnenüberwölbte Großhallen, eingefügt unter den Steildächern, in denen zahllose Telefonistinnen von Hand die Telefonverbindungen herstellten. Einige Bereiche wie die reich verzierte Eingangshalle zur Schlüterstraße legen bis heute nahezu unverfälscht Zeugnis vom ursprünglichen Charakter des Komplexes ab. Andere Bereiche sind über die Jahrzehnte starken Veränderungen und Profanisierungen ausgesetzt gewesen. Die Aufgabe erfordert somit gleichermaßen die Fähigkeit zur respektvollen Analyse der historischen Schichten des Bestandes wie zur couragierten Neuinterpretation.

Ziel des Workshops sind Entwürfe, die sich dezidiert mit dem Charakter des Standortes und der historischen Bausubstanz auseinandersetzen und daraus für das Evolutioneum einen adäquaten räumlichen Ausdruck formulieren, der beispielhaft für einen überzeugenden Dialog von Tradition und Moderne stehen kann.

Die Teilnehmer des Workshops werden in Viererteams arbeiten. Die Ergebnisse werden nach Abschluss des Workshops in einer Ausstellung gezeigt.

Motivierte Studenten und Absolventen bekunden ihr Interesse an einer Teilnahme bitte hier: apply@aac-hamburg.de